30.04.2009
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Das Maifest
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Zur Hauptseite wechselnDer zweite Vollmond nach der Frühjahrstagundnachtgleiche war für unsere Ahnen der Zeitpunkt der Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeste. Im üblichen Verteuflungswahn der Christen wurden dann daraus… “Hexenfeste”… und wie es der spätere Volksglaube will, sollen zu Mitternacht Geister ihr Unwesen treiben, Hexen ihre Zauber sprechen, und in den Quellen und Flüssen soll Wasser zu Wein werden. Die Hexen sollen auf Besen zu ihren Tanzplätzen fliegen, besonders aber zum Brocken.
Real war (ist) das Maifest ein sehr sinnliches Fruchtbarkeitsfest bei dem besonders der Gott Freyer und die Liebesgöttin Freyja verehrt wurden. Die Gewalt des Winters war gebrochen, und während des Festes wurde von den Paaren der Liebesakt vollzogen, um das Wachsen und Gedeihen auf Feld und Flur anzuregen. Man sprang gemeinsam über die Maifeuer was der Fruchtbarkeit und Gesundheit dienen, und die Seele reinigen sollte. Auch sollte es vor schädlichen Einflüssen schützen. Wie das Feuer, so hat auch das Wasser in der Mainacht wundersame Kräfte. Aus Quellen, Flüssen und Bächen geschöpft soll es Gesundheit und Lebenskraft bringen. Mairegen und Maitau gelten als sehr heilsam. Daher stammt auch der Spruch: “Mairegen bringt Segen”. Wälzt man sich nackt morgens im Tau, sollen bis zum nächsten Maifest alle Teile des Körpers gesund bleiben.
Als Maibaum wird eine junge Birke oder Tanne errichtet, als Symbol der wiedererwachten Natur. Diese Bäume sind der Liebesgöttin Freyja geweiht. Es ist Brauch, einen Maigraf und eine Maigräfin zum Fest zu küren und damit die Liebesgötter zu ehren. Die mit bunten Bändern geschmückte Birke wird freudig im Sonnenlauf umtanzt. Jede/r Tänzer/in nimmt eines der Bänder in die Hand und windet es während des Tanzes um den Maibaum. Dabei können die Tänzer einen Wunsch einflechten, und das Berühren des Bäumchens gilt als außerordentlich glückbringend. In einigen Teilen von Deutschland, vor allem aber in Dänemark, Island, Norwegen und Schweden haben sich diese Bräuche bis auf den heutigen Tag bewahrt.
In dieser Nacht versammelten sich im Harz die germanischen Sachsen, um dies mit Freudenfeuern, Opfern, Tanz und Gesang zu feiern. Nach dem unseligen Sieg der (ebenfalls germanischen, jedoch schon christianisierten) Franken unter Karl dem Großen über die Sachsen, und deren Christianisierung, wurden diese Feste bei Todesstrafe verboten. Die weisen Frauen, die man bei diesem wie auch anderen großen Festen um Rat fragte, saßen in den heiligen Hainen um die Runen zu befragen. Aus “Hag” (Hain) und “zissen” (sitzen) = Hagzissen (die in den Hainen sitzen) machten die Christen: “Hexen”. Man sagte ihnen Ketzerei, Zauberei und ein Bündnis mit dem Teufel nach. So wie auch die alten Götter selbst zu “Teufeln” und “Dämonen” erklärt wurden. Die Erklärung der Theologische Fakultät der Pariser Universität von 1398, dass Teufelsbündnisse der Hexen den Tatsachen entsprechen würde, war nur der Anfang unsäglichen Leidens unschuldiger Menschen die der christlichen Kirche und ihrem kranken Bekehrungswahn zum Opfer fielen. Unzählige Menschen, unter ihnen viele Kinder und vor allem Frauen, mussten Europaweit ihr Leben lassen. Der christliche Wahnsinn sollte noch sehr lange dauern. Nachweislich fanden noch im Jahre 1782 Hexenverbrennungen in Deutschland statt. 1895 schrieb noch ein offizielles Organ der christlichen Kirche:
“Oh ihr gesegneten Flammen der Scheiterhaufen! Durch Euch wurden nach der Vertilgung einiger ganz und gar verderbter Menschen viele Tausende von Seelen von Irrtum und ewiger Verdammnis gerettet . . . Oh erlauchtes und ehrwürdiges Andenken Thomas Torquemadas!” (Alleine dieser Inquisitor hatte rund 2.000 “Ketzer” verbrennen lassen)……
So machte die Kirche aus einem fröhlichen und friedlichen Frühlingsfest der Germanen, den “Hexensabbat”……. Das Volk sollte Angst haben, “Teufel” sollten in Bocksgestalt, und “Hexen” auf Besen durch die Lüfte reiten. Und so hielt die von der Kirche erzeugte Hexenangst Einzug in das Brauchtum. Vieles wurde (zum Nachteil) umgedeutet und hineingedichtet. So entstand das Bild der “bösen” Hexe mit krummer Nase die nächtens auf
Besen durch die Lüfte fliegt und mit schlimmen Zaubern Mensch und Tier schadet.
Ganz konnte die Kirche die Walpurgisnacht nicht aus den Köpfen der Menschen verdrängen. Bis zum heutigen Tag wird Walpurgisnacht (nach der heiligen Walburga) vom 30.04. zum 01.05. gefeiert. Heute werden am Brocken, wie auch in vielen anderen Teilen Deutschlands wieder “Hexennächte” gefeiert. Wenngleich diese auch mehr Volksfestcharakter haben…. In der Regel ist der 1. Mai aber leider zum “Tanz in den Mai” (vom “Hexentanz”), und zur Plattform für Gewerkschaftskundgebung herunter gekommen. Vielleicht sollten wir uns endlich wieder auf unsere alten Feste und eigene Kultur besinnen, statt mit “Halloween” und Co. die Feste anderer Kulturen zu importieren!
Quelle:
http://zwickau.freies-netz.com